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“Naturtalente“ machen Musik
St. Vincenzhaus und Feuerwehrkapelle Cloppenburg
installieren gemeinsam ein Bläserensemble.

vincenz1,CLOPPENBURG - Sechs Noten beherrschen die sieben Schüler des neu geschaffenen Bläser-Ensembles im St. Vincenzhaus in Cloppenburg bereits. Mit Liedern wie „Jingle Bells“ oder „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ stellten die Schüler an der Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und Geistige Entwicklung unter dem Dirigat von Josef Bruns anlässlich eines Pressetermins ihr Können unter Beweis. Das Blechbläser-Ensemble konnte die Schule dank eines landesweiten Pilotprojektes der Sparkassenstiftung Niedersachsen und des Landes Niedersachsen ins Leben rufen. Zehn mal bis zu 5000 Euro wurden darin Musikvereinen für die Einrichtung von Bläserensembles an Haupt- oder Förderschulen im Land zur Verfügung gestellt. Einen Eigenanteil von nochmals 5000 Euro stellte die Schule über ihren Förderverein (800 Euro) und vor allem über eine Spende der Schlömer-Stiftung für Lebenshilfe aus Oldenburg sicher. Der aus Emstek stammende Stiftungsgründer Ewald Schlömer zeigte sich sehr angetan von den Leistungen der Schüler, zumal die musikalische Arbeit erst nach den diesjährigen Sommerferien gestartet worden war.
Das Projekt selber begann mit dem vom Vorsitzenden der Feuerwehrkapelle Cloppenburg, Werner Brinkmann und Schulleiter Johannes Meyer erarbeiteten Konzept und der dann erfolgreichen Bewerbung im Jahr 2009. Daran schloss sich eine ausgedehnte Vorbereitung durch die Ausbilder, mit der Auswahl der Schülerinnen und Schüler zu Beginn 2010 an. Zunächst wurde mit Hilfe eines Instrumentenkarussells, bestehend aus Instrumenten der Feuerwehrkapelle, die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler für die geplanten Instrumente geweckt. Die betreuenden Lehrerinnen und Lehrer hatten dann die Auswahl aus den angehenden Musikerinnen und Musiker zu treffen. Aus den 15 interessierten Schülern habe man die „Naturtalente“ ausgewählt, sagte Musiklehrer Marco Pritschow mit einem Augenzwinkern.
Als Ausbilder konnte die Förderschule Instrumentallehrer Josef Bruns vom Kooperationspartner Feuerwehrkapelle Cloppenburg gewinnen. Der heute hauptberufliche Musiklehrer, selber lange Zeit in der Feuerwehrkapelle als Tubist aktiv, unterrichtet die sieben Schüler für zwei Stunden pro Woche in Einzel- und Gruppenstunden. „Ich fand die Idee super und habe spontan unsere Mitarbeit zugesagt“, sagte der Dirigent der Feuerwehrkapelle, Ralf Bohmann, „..und mit Josef Bruns haben wir einen passenden Ausbilder gefunden“.
Ziel sei, dass irgendwann Schüler aus diesem Ensemble in das Jugendorchester der Feuerwehrkapelle integriert werden könnten, sagte Schulleiter Johannes Meyer. „Ich sehe das als kleinen Beitrag zum Thema Inklusion.“
Im nächsten Jahr wollen die Schüler, die zudem von den Musiklehrern Marco Pritschow und Daniel Thoben unterrichtet werden, mehrstimmige Stücke in Angriff nehmen. „Wir setzen alles daran, dass dieses Ensemble fortbesteht“, sagte Meyer. Die Mittel für den instrumentalen Unterricht durch Josef Bruns sind allerdings langfristig noch nicht gesichert.

 

125 Jahre Feuerwehrkapelle von 1884 e.V. Cloppenburg
(August 2009)

Die Feuerwehrkapelle von 1884 e.V. Cloppenburg feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen, das mit einem Festwochenende am 15. und 16. August 2009 gefeiert werden soll.
Nach mündlichen Berichten ist bekannt, dass Rektor Heinrich Fortmann als Hauptmann der von ihm mitbegründeten Freiwilligen Feuerwehr Cloppenburg den Dienst in der Wehr durch Musik aufzulockern suchte. Er regte die Gründung eines Trommler- und Pfeiferkorps an. Bereits 1884 marschierten zum ersten Mal die Schützen der Stadt mit Musik zum Schützenhof.
Nach einiger Zeit gesellten sich einige Blechbläser zu den Spielleuten und eine kleine Blaskapelle entstand.
1924 ist unter den wenigen Musikern ein junger Trompeter, Fritz Schnötke. Der langjährige Vorsitzende, Schriftführer und Kassierer der Feuerwehrkapelle begann im Jahre 1929 Auftritte, Proben und besondere Begebenheiten protokollarisch festzuhalten und erforschte die zurückliegende Geschichte, so dass die Feuerwehrkapelle aufgrund seines chronistischen Engagements auf eine über 80-jährige Dokumentation zurückgreifen kann.
Die Feuerwehrkapelle Cloppenburg entwickelte sich schnell zu einem Orchester, das zu allen weltlichen und kirchlichen Anlässen aufspielte. Auch in schlechten Zeiten wie zum Beispiel den beiden Weltkriegen fanden sich immer wieder einige Idealisten, um gemeinsam zu musizieren. Das zum 55-Jährigen Bestehen geplante „Große Konzert“ konnte auf Grund des ausbrechenden 2.Weltkrieges allerdings nicht mehr stattfinden.
Bereits wenige Jahre nach Kriegsende gehörte die Feuerwehrkapelle zu den Mitbegründern des Kreismusikverbandes Cloppenburg. Die Probleme waren bei allen Musikkapellen im Kreis die gleichen und man versuchte sich gegenseitig zu unterstützen. Schnell entwickelte sich die Feuerwehrkapelle wieder zu einem schönen Klangkörper. Gute Dirigenten begleiteten die Kapelle und ermöglichten ihr eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Diese äußerte sich in den Wertungs- und Kritikspielen, bei denen viele erste Plätze erreicht werden konnten. Am 21. Juli 1967 wurde der noch heute aktive Musiker Günter Ellmann 1. Vorsitzender der Feuerwehrkapelle, am 16. August 1968 übernahm Herbert Brinkmann das Amt des Dirigenten. Diese beiden Idealisten legten den Grundstock für die stetige Weiterentwicklung des Orchesters. Die Jugendarbeit wurde in der Feuerwehrkapelle zwar stets gefördert, doch erst im Jahre 1972 gelang es Herbert Brinkmann mit Unterstützung von Günter Ellmann, ein eigenes Jugendorchester auf die Beine zu stellen. Permanent wurde dieses Nachwuchsorchester ausgebaut, so dass die Feuerwehrkapelle ihre Reihen immer wieder mit gut ausgebildeten jungen Musikern aufstocken konnte.
1984 feierte die Feuerwehrkapelle mit viel Musik ihr 100-Jähriges Bestehen und nahm aus diesem Anlass ihre erste Schallplatte auf. Für ihre Verdienste um die Pflege der Musik in einem über 100-Jährigen Zeitraum  verlieh der Bundespräsident Richard von Weizsäcker der Feuerwehrkapelle von 1884 e.V. Cloppenburg 1991 die Pro Musica-Plakette. 1993 konnte der Traum eines eigenen Übungsdomizils an der Leharstraße verwirklicht werden.
In den folgenden Jahren etablierte sich die Feuerwehrkapelle als Oberstufenorchester und bringt seitdem von vielen Wettbewerben auf Kreis-, Landes- und Bundesebene Medaillen und Auszeichnungen mit nach Hause. Unter der Leitung von Blair Carmichael beteiligte sich das Orchester 2002 an der Uraufführung des preisgekrönten Werkes für symphonisches Blasorchester anlässlich des von der Stadt Cloppenburg ausgeschriebenen Kunstpreises.
„120 Jahre Feuerwehrkapelle“ hieß es im Jahre 2004, das dem Anlass würdig mit einer neuen CD und einem Jubiläumskonzert gefeiert wurden.
Gleich zwei außergewöhnliche Termine gab es für die Kapelle im Jahr 2007. Die erfolgreiche Teilnahme am Deutschen Musikfest in Würzburg geriet zu einem unvergesslichen Erlebnis, wurde aber noch übertrumpft von dem Gesangsprojekt „Winds & Voices“. Das Großkonzert der Feuerwehrkapelle Cloppenburg mit über dreihundert Sängerinnen und Sängern aus 8 Chören der Stadt Cloppenburg unter der Gesamtleitung des Dirigenten der Feuerwehrkapelle Torsten Ellmann begeisterte die weit über 900 Zuhörer in der Sporthalle an der Leharstraße.
Im Oktober 2008 reisten die Musikerinnen und Musiker der Feuerwehrkapelle unter Leitung von Ralf Bohmann und dem Projektchor unter der Leitung von Ludwig Kleinalstede in Cloppenburgs Partnerstadt Bernay und verblüfften die Konzertbesucher mit ihrem Programm.
Unverzichtbar geworden und mittlerweile schon Tradition sind die jährliche lokalen Konzerte der Feuerwehrkapelle, so das Neujahrskonzert im Rathaus sowie das Konzert „Klangfeuer“ in der Stadthalle Cloppenburg.

In seinem Jubiläumsjahr 2009 besteht das Orchester aus über 200 aktiven und fördernden Mitgliedern, wovon etwa 70 Musikerinnen und Musiker den Orchesterstamm bilden.
75
NachwuchsmusikerInnen befinden sich zurzeit in der Ausbildung und spielen im Ausbildungsorchester (ABO), welches unter der engagierten Leitung von Andrea Brinkmann mittlerweile bundesweit auf sich aufmerksam macht. Im April 2007 verlieh der Bundesverband Deutscher Musikverbände dem ABO den „Innovationspreis Ehrenamt“ für das Projekt „Ferienfreizeit für Kinder mit Immigrationshintergrund“. Im letzten Jahr gelang dem ABO die Qualifikation für einen bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb für Jugendorchester aller musikalischen Bereiche und gewann mit der Organisation und der Aufführung des Konzertes im April 2009 den 2. Bundespreis.
Das Festwochenende zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehrkapelle beginnt am Samstag, dem 15. August 2009, um 18.00 Uhr mit einem Festakt, dem dann das große Jubiläumskonzert folgt. Hier wird sich die Feuerwehrkapelle dem Publikum mit einem besonders abwechslungsreichen Programm präsentieren. Mit einer sich anschließenden Jubiläumsparty klingt der Abend dann aus.
Am Sonntag, dem 16. August 2009, startet um 14.00 Uhr ein Festumzug durch die Stadt, dem sich Musikvorträge im Stadtpark anschließen. Für den Sonntagabend ist ein Serenadenkonzert geplant. Mit dem „Großen Deutschen Zapfenstreich“ finden die Jubiläumsfeierlichkeiten schließlich ihren Abschluss.

 

Cloppenburger Feuerwehrmusiker kehren
mit Bronzemedaille von den Bundeswertungsspielen in Celle zurück

Ganz im Zeichen der Feuerwehrmusik hat Celle in den vergangenen drei Tagen gestanden. 21 Musikzüge aus der gesamten Bundesrepublik haben in der Residenzstadt ihr 10. Bundeswertungsspielen abgehalten. Höhepunkt war das Abschlusskonzert vor dem Celler Schloss, zu dem etwa 1000 Musiker gleichzeitig „In Harmonie vereint“ spielten. „Das Stück scheint vor dieser Kulisse und diesem Panorama wie geschaffen zu sein für diese Veranstaltung“, befand Werner Ketzer, Bundesstabführer im Deutschen Feuerwehrverband, mit Blick auf das Celler Welfenschloss und den etwa 3000 Gästen, die zum Abschluss des 10. Bundeswertungsspielens gekommen waren, bevor er das Kommando an den Dirigenten gab.
Unter den Aktiven die Feuerwehrkapelle Cloppenburg die am Sonnabend  nach der Anreise nicht nur im Wettbewerb auf der Bühne mit Ihren seit langen vorbereiteten Werken Ukrainien Rhapsody und Orient Express antraten, sondern anschließend die öffentlich ausgetragene Marschwertung auf der Stechbahn in der historischen Celler Altstadt absolvierten.
Dort hatte am Freitagabend das Bundeswertungsspielen mit dem Bundesorchester der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) aus Hermeskeil in Rheinland-Pfalz seinen musikalischen Auftakt gefunden und klang dort mit einem Konzert der Feuerwehkapelle aus Cloppenburg am Sonntagmittag wieder aus.
Der eigentliche Wettstreit, das „Bundeswertungsspielen“ , wurde am Samstag, den 2. Mai in der Congress Union Celle veranstaltet. Vorgetragen wurden im Große Saal als auch der Europasaal ausschließlich Musikstücke, die mindestens der Kategorie 4 = „Oberstufe“ oder höher zuzuordnen sind.
Die Säle im historischen Altbau wurden als Einspielräume genutzt. Vorbereitungs- und Aufenthaltsräume standen den teilnehmenden Musikgruppen tagsüber in den in unmittelbarer Nähe liegenden Gebäuden des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums zur Verfügung. Damit waren hervorragende Wettbewerbs-Bedingungen von den Organisatoren des Kreisfeuerwehrverbandes Celle geschaffen worden!
Ein weiterer attraktiver Teil der Veranstaltung war die „Marschwertung“, also die Bewertung der Gruppen „in Bewegung“. Hierzu stellten sich die an dieser Wertung teilnehmenden Züge am Samstagnachmittag den Juroren und dem Publikum auf der Stechbahn vor.
Wie jeder weitere Musikzug war auch die Feuerwehrkapelle aus Cloppenburg von einer Freiwilligen Feuerwehr im Landkreis Celle betreut worden und fand ihre Unterkunft in der Mehrzweckhalle in Adelheidsdorf bestens hergerichtet und wurden von den Feuerwehleuten der Ortsfeuerwehr und deren Musikern mit einem großartigen Frühstück versorgt.
Bereits am Samstagabend hatte man sich beim gemeinsamen Abendessen auf dem Bundes-Feuerwehrmusik-Fest kennen gelernt, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, alle mitgereisten Gäste, die betreuenden Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen und die zahlreichen Helferinnen und Helfer aus den Ortsfeuerwehren in Stadt und Landkreis Celle auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule Celle zusammenführte. Für die richtige Stimmung am Ende des anstrengenden Wertungstages sorgte die „Firehouse-Jazzband“ aus Hannover. Hier feierten 2000 Gäste bis Mitternacht – schließlich mussten die Musiker für den großen Auftritt am Celler Schloss am kommenden Morgen wieder fit sein.
Nach einem ökumenischen Gottesdienst auf der Freilichtbühne im Französischen Garten, der musikalisch durch die MusikerInnen aus Cloppenburg mitgestaltet wurde, folgte der Festmarsch aller teilnehmenden Musikgruppen durch die Celler Altstadt zu der Schlussveranstaltung vor dem Celle Schloss.
Die Musikzüge der Feuerwehren können sich in jeder Beziehung hören und sehen lassen: Repertoire und Formationen werden immer vielfältiger, etwa von der Brass Band bis zum Musicalprogramm, und auch das Niveau steigt ständig. 21 Musikzüge hatten sich miteinander gemessen und der Bevölkerung bei zahlreichen Rahmenveranstaltungen ein buntes musikalisches Programm geboten. Rund 1.000 ehrenamtliche Musikerinnen und Musiker  haben sich der Begutachtung durch Musikprofis unterzogen, die von Deutschlands größtem Musikverband, der BDMV lizensiert sind. Begutachtet wurde etwa die Qualität von Intonation, Zusammenspiel, Dynamik und Interpretation, aber auch der optische Eindruck in der Marschformation.
Für die Teilnahme in Celle mussten die Gruppen schon im Vorfeld zwei Hürden nehmen: Qualifikationen in den Ländern und Bewerbung mit Stücken auf einem vorgegebenen, hohen Schwierigkeitsniveau nach Reglement des BDMV. Die Juroren verteilten die Bewertungen und Celle und seine Gäste belohnten die Spielfreude der Musikzüge mit großem Zuschauerinteresse und viel Applaus – beim Festumzug genauso wie bei der öffentlichen Marschwertung in der historischen Altstadt und bei Platzkonzerten und der großartigen Abschlussveranstaltung vor dem Celler Schloss.
Hier gab nun der Bundesstabführer Werner Ketzer die Ergebnisse und Wertungen bekannt, die von den MusikerInnen der Musikzüge mit großer Spannung aber auch freudigem Jubel aufgenommen wurden. Die Feuerwehrkapelle Cloppenburg konnte sich über jeweils eine Bronzemedaille für Ihren Bühnenvortrag und die Marschbewertung freuen und Dirigent Ralf Bohmann die Medaillen für diesen guten Erfolg aus den Händen von Präsident Hans-Peter Kröger und Bundesstabführer Werner Ketzer unter dem Jubel der Cloppenburger MusikerInnen entgegennehmen.
Mit einem kurzen Konzert in der Celler Altstadt verabschiedeten sich unsere Feuerwehrkapelle und trat die Heimreise an.

Zu den Bundeswertungsspielen waren ranghohe in- und ausländische Feuerwehrvertreter nach Celle angereist. Der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, Hans-Peter Kröger, und der Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes, Josef Buchta, hatten eigens ihr jährliches Spitzentreffen wegen der Veranstaltung in die Residenzstadt verlegt.
Und dann gab es mit Walter Egger noch einen ganz besonderen Gast. Der Schweizer ist der ranghöchste Feuerwehrmann der Welt, Präsident des Internationalen Weltfeuerwehrverbandes. Egger zeigte sich beeindruckt von den musikalischen Qualitäten der Rettungskräfte. „Bisher dachte ich, entweder Feuerwehr oder Musik, aber Sie haben mich eines Besseren belehrt“, sagte Egger vor dem Schloss.
 „Eine so großartige musikalische Leistung darf auch vor der großartigen Kulisse des Celler Schlosses gefeiert werden“, sagte DFV-Präsident Hans-Peter Kröger beim Aufmarsch und gemeinsamen Spielen der Musikzüge vor mehreren tausend Besuchern. Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, Horst H. Sassik, gratulierte ebenso wie die Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Hans Graulich, und des Weltfeuerwehrverbandes, CTIF, Walter Egger, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu ihrem Können.
„Für viele ist so eine Veranstaltung ein Gradmesser – damit sie wissen, wo sie stehen“, hob BDMV-Präsident Sassik hervor.
Rund 46.000 Menschen sind in der Feuerwehrmusik tätig. Auch dort wird aktive Jugendarbeit geleistet, wie Niedersachsens Feuerwehrpräsident Graulich betonte. Die Feuerwehren im Landkreis Celle erwiesen sich als engagierte Gastgeber und riefen Patenschaften ins Leben, um die teilnehmenden Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet zu betreuen und unterzubringen.
„Die Feuerwehrmusik ist ein wichtiger Bestandteil zur Festigung der Kameradschaft und des persönlichen Engagements in den Feuerwehren. Die in Celle erreichen Spitzenergebnisse zeigen eine enorme Breite in den höchsten Wertungsebenen“, lautet das Resümee des für den Fachbereich Musik zuständigen DFV-Vizepräsidenten, Bernd Pawelke.
(Presseartikel vom 5.5.2009)

 

„Winds and Voices“ begeistert auch Bernay

Erfolgreiche Konzertreise der Feuerwehrkapelle und des Projektchores in die Partnerstadt Cloppenburgs

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Über 200 Besucher aus der Partnerstadt Cloppenburgs in der französischen Normandie konnten am zweiten Oktobersonntag ein ganz besonderes Ereignis mitverfolgen: 50  Musikerinnen und Musiker der Cloppenburger Feuerwehrkapelle, 35 angereiste Sängerinnen und Sänger eines vor einem Jahr gegründeten Projektchores und der ebenso viele Mitglieder zählende einheimische städtische „Chorale La Charetonne de Bernay“ hatten sich zusammengefunden, um den Zuhörern ein besonderes musikalisches Erlebnis zu bieten. So wurden im Zusammenwirken von Feuerwehrkapelle und den beiden Chören in der vollen ehemaligen Abteikirche („Abbatiale de Bernay“) eine Auswahl der Stücke aufgeführt, die bereits im Juli 2007 die Besucher der Sporthalle in der Leharstraße begeistert hatte.

Unter der Leitung der Dirigenten der Feuerwehrkapelle, Ralf Bohmann, sowie Ludwig Kleinalstede (Leiter Projektchor) und des Bernayer Chorleiters  Jean-Marc Delorme wurde ein abwechslungsreiches Programm geboten, das die Akteure hauptsächlich im musikalischen Zusammenspiel, aber auch mit solistischen Stücken der einzelnen Ensembles bestritten.

Zur Eröffnung führte die Feuerwehrkapelle musikalische Fantasie „Oregon“ auf, gefolgt vom von allen gemein dargebotenem  „Ave verum corpus“ von W.A. Mozart und der Bachschen Kantate „Jesus bleibet meine Freude“. Mit dem Spiritual „Everybody sing freedom“ und dem „Heilig, Heilig“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert sowie einigen weiteren Stücken wie z.B. „Jubilemus Exultemus von Francois Couperin oder dem irischen Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen“ bewiesen die Chöre dann  jeweils ihr weiteres Können in Abwechslung mit der Feuerwehrkapelle, die ihrerseits Filmmusik aus „Tanz der Vampire“ und ein Elton-John-Medley zu Gehör brachte. Zum absoluten Höhepunkt des Konzertes geriet der von allen gemeinsam vorgetragene „Moment for Morricone“, einem Potpourri der berühmtesten Filmmusiken des italientischen Komponisten, den die Aufführenden nach dem eigentlichen Abschlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ als stürmisch geforderte Zugabe noch einmal wiederholten.

Die Moderation des Konzertes übernahm der Cloppenburger Oberstudienrat i.R. Günter Raczek, der schon seit vielen Jahren in der Organisation der Partnerschaftskontakte zwischen Cloppenburg und Bernay federführend tätig ist. Er dankte in seiner Begrüßung besonders den örtlichen Mitorganisatoren und den aufnahmewilligen Gastfamilien, ohne die dieses „Highlight“ in der langjährigen Städtepartnerschaft sicher nicht zustande gekommen wäre.

Die Beschränkung der Cloppenburger Reise nach Bernay auf dieses eine Konzert wäre angesichts des langen Anfahrtsweges (ca. 13 Stunden) gewiss nicht angemessen gewesen. So hatten die Organisatoren auch ein umfangreiches Beiprogramm mit im Gepäck, damit die Musiker und Musikerinnen Gelegenheit bekamen, Land und Leute kennenzulernen. Dies galt besonders für die Mitglieder der Feuerwehrkapelle. Sie waren bereits am Freitag abend  angereist und hatten so noch einen ganzen Tag zur freien Verfügung.

bernay08-2So hieß es am Samstag morgen: „Auf nach Paris!“ Nach knapp zweistündiger Anreise konnte zunächst Schloß Versailles ein wenig von außen „erschnuppert“ werden.  Dann stand das Wahrzeichen von Paris, der Eiffelturm, auf dem Programm, der die Besucher mit strahlendem Sonnenschein erwartete und alle in seiner imposanten Größe beeindruckte. Ebenso erging es den Musikern mit der sich anschließenden Busfahrt durch einer der größten Prachtstraßen der Welt, die berühmte Champs-Elysees. Die Monumentalität und die Weite, mit der sich die Hauptstadt der „Grande Nation“ der Welt hier präsentiert, beeindruckte alle sehr.

Ein Fahrtstopp direkt am Louvre gab den Cloppenburgern dann die Gelegenheit, die Pariser Innenstadt auch zu Fuß ein wenig zu erkunden, bevor ein weiterer Höhepunkt folgte: eine Fahrt durch die Pariser Stadtteile Mont Martre mit der berühmten Kathedrale Sacre Coeur. Dieser Teil des Ausfluges gestaltete sich allerdings ausführlicher als geplant: Die Dichte des Innenstadtverkehrs am Samstag abend erlaubte nur das Vorankommen im Schritttempo (zeitweise nicht einmal das mehr).  Aber die erhöhte Beobachtungsposition aus einem Reisebus im Stau verschaffte einmalige Eindrücke in das Abendleben einer Weltstadt (Moulin Rouge, Pigalle), die die mehrstündige Verspätung bei der Rückkehr nach Bernay durchaus verschmerzen ließen.

Dort war dann noch für einige Gelegenheit, die inzwischen mit dem zweiten Reisebus eingetroffenen Cloppenburger zu begrüßen.

bernay08-3Auch der Tag nach dem Konzert bot noch einmal Gelegenheit für weitere Erkundungen. Ingrid Krudewig, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees, führte die Cloppenburger Besucher auf einen ausführlichen Rundgang durch Bernay und zeigte ihnen die Sehenswürdigkeiten der 12.000-Einwohnerstadt, bei dem natürlich auch nicht vergessen wurde, den „Place Cloppenburg“ zu überschreiten. Anschließend stand noch ein Ausflug an die Atlantikküste auf dem Programm, der die Reisenden zunächst zur berühmten Brücke „Pont de Normandie“ (die in atemberaubender Weise die Seinemündung überspannt) und dann in das malerische Küstenstädtchen Honfleur führte.

Am Dienstag morgen endete der Besuch, nicht ohne dass die Cloppenburger Chorsänger zur Verabschiedung an den Reisebussen noch einmal das irische Segenslied „Möge die Straße uns zusammenführen…“ angestimmt hätten.

Die Teilnehmer beider Gruppen waren sich absolut einig: Der Besuch hat sich mehr als gelohnt. Diese Reise hat die Städtepartnerschaft ein gutes Stück weiter vertiefen können, zumal nicht wenige der Angereisten bei Gastfamilien untergebracht waren, und sie sollte in dieser Form als Konzertreise in absehbarer Zeit unbedingt wiederholt werden.

Frank Willenberg